Für Rabatte und Werbegeschenke gibt es ab sofort keine gesetzlichen Verbote mehr. Die fast 70 Jahre alten (Muss man sich mal vorstellen 70 Jahre alt) Beschränkungen von Rabattgesetz und Zugabeverordnung sind ersatzlos gestrichen.

Das haben die Jungs und Mädels im Bundestag beschlossen. Die FDP stimmte auch zu. Die CDU/CSU und PDS enthielten sich oder stimmten dagegen. Der Bundesrat hat auch JA gesagt. Die Länder konnten das Aufhebungsgesetz auch nicht mehr verhindern.

Jeder hat wohl schon einmal im Urlaub auf einem orientalischen Basar für ein T-Shirt einen Rabatt von 3 Schekel, Dirham oder so etwas herausgehandelt und sich dabei tierisch amüsiert. Das geht jetzt auch in Good Old Germany.

Ich glaube ja nicht das ich an der Aldi Kasse mit der Kassiererin darüber diskutieren werde ob der Joghurt 29 oder 19 Cent kosten darf, aber beim Kauf eines PCs, einer Kamera oder eines Autos wird ab sofort gefeilscht was das Zeug hält.




Wie macht man das aber genau mit der Feilscherei ?


          Produktinformation :

Wer den Preis drücken will, muss sich genau mit dem Produkt auskennen. Fachzeitschriften und Prospekte lesen.
Wie lange gibt es das Handy oder den Fernseher schon ?
Kommt bald ein verbessertes, neues Produkt auf den Markt ?
Der Hinweis: "Da gibt es doch schon ein Nachfolgemodell", garantiert oft schon einige Prozente.
Ebenso der Tipp: "Das kostet bei der Konkurrenz aber 50 Euro weniger."

          Termin :

Die Kauf-Lust zu Beginn der Saison zügeln. Keiner wird eine Hose reduzieren, die gerade erst eingetroffen ist. Bester Zeitpunkt für den Kleidungskauf ist mitten in oder zum Ende der Saison. HighTech, wie Computer oder Stereoanlagen, kauft man am besten direkt nach Fachmessen, wie Cebit oder Funkausstellung. Die Geschäfte werden mit neuer Ware überschüttet, die alte muss raus. Grund genug, dem Kunden einen dicken Preisnachlass zu gewähren.

          Verhandlungspartner :

Bloß nicht endlos mit dem Lehrling über Preisvorstellungen diskutieren. Er darf nicht über Prozente entscheiden. Besser höflich nach dem Abteilungsleiter fragen und den dann unter vier Augen sprechen. Zuhörer sind beim Handeln unerwünscht.

          Verhandlungsstrategie :

Feilschen ist ein Spiel - ohne Verlierer. Deshalb den Verkäufer nie als Feind betrachten. Den Verkäufer mit seinem Namen ansprechen, das gibt zwar noch keine Prozente, bringt aber Sympathiepunkte. Deutlich das Interesse an dem Produkt zeigen. Der Verkäufer muss merken, dass Sie absolut kaufbereit sind, sofern er seine Preisvorstellungen herunterschraubt. Bauen Sie ihm eine Brücke, nach dem Motto: "Dieses Sofa entspricht genau meinen Vorstellungen, aber mehr als 1000 Euro kann ich nicht ausgeben. Sehen Sie eine Möglichkeit, Herr Meyer?" Oder: "Inwieweit könnten Sie mir finanziell entgegenkommen, Herr Meyer?"

          Preis :

Auf dem Teppich bleiben! Auf utopische Preisreduzierungen lässt sich niemand ein. Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände hat errechnet, wie viel Ermäßigung realistisch ist. Den Preis für Autos kann man um 10 bis 12 Prozent herunterhandeln, bei HiFi, Computern, Haushaltsgeräten und Möbeln sind es sogar bis zu 20 Prozent.


Hier noch einmal die 10 goldenen Regeln
Legen Sie einen Verhandlungsspielraum fest. Setzen Sie sich ein Minimal- und ein Maximalziel.
Bleiben Sie immer realistisch und schüren Sie nicht von Beginn an mit überzogenen Forderungen den Unmut des Verkäufers.
Verraten Sie nicht gleich, wie viel Sie kaufen wollen. Im Laufe des Gesprächs ist jedes Teil, welches Sie mehr kaufen wollen, ein Argument für Rabatte.
Bei Preisverhandlungen trifft man sich oft in der Mitte. Das bedeutet konkret, Ihr erstes Angebot muss deutlich niedriger sein als das eigentliche Ziel.
Es kommt vor allem auf ein freundliches Auftreten an. Loben Sie das Produkt und kritisieren Sie es nicht!
Auch die Kleidung spielt eine Rolle bei den Verhandlungen. Lieber eine Spur gepflegter und teurer, als zu leger. Niemals protzen! Versuchen Sie ähnlich gekleidet zu sein wie der Verkäufer, das schafft ein "Wir Gefühl".
Gehen Sie nicht kurz vor Geschäftsschluss in den Laden, schließlich muss der Verkäufer Zeit haben, wenn Sie mit ihm verhandeln wollen.
Kaufen Sie antizyklisch. Winterreifen im März. Bademoden im Herbst und warme Sachen im Sommer.
Fragen Sie nach Extras, falls Sie keine Rabatte bekommen. Beim Schuhkauf könnten das beispielsweise zusätzliche Waren wie Schuhcreme oder Socken sein.
Auch der höflichen Abgang ist wichtig. Bedanken Sie sich für die gute Beratung, so sorgen Sie dafür, dass sich der Verkäufer beim nächsten Kauf an Sie erinnert.




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